Romanshorn im Dezember
30. Dezember 2011


Den Besuch in Nürnberg nutzten Stefan und ich zu einem Abstecher in den Tiergarten, wo uns vor allem das neu eröffnete Manatihaus mit den Schmetterlingen und den Weissgesichtssakis interessierte.

Anfang November nahmen Stefan und ich an einem wirklich außergewöhnlichen Tasting teil: Michael Gradl vom Whiskyfässla und Otto Steudel von Celtic hatten zu einem Abend mit Jim McEwan, dem Grandseigneur der schottischen Whiskyszene, eingeladen. Und was der Master Distiller von Bruichladdich bot, war alles andere als langweilige Theorie.
Mit viel Humor und Leidenschaft vermittelte McEwan seine Liebe zum Whisky und riss das Publikum im ausverkauften Saal des Ramada-Hotel mit. Am Schluss standen alle auf den Stühlen und brachten gemeinsam mit ihrem großen Guru einen Toast auf das schottische Lebenswasser aus.

Gut 1200 Kilometer spulten wir am Wochenende auf überfüllten deutschen Autobahnen ab. Grund war die Aquavitae in Essen, wo Stefan nicht nur etliche Whiskys verkosten, sondern auch einige Forenfreunde treffen wollte. Ich nutzte die Gelegenheit, die Zeche Zollverein zu erkunden.
Die Fotos:

138 Kilometer und 3000 Höhenmeter in brütender Hitze über Schotterpisten – das taten sich mein Bruder Thomas, Schwägerin Daniela und ein befreundetes Ehepaar an. Schon seit ein paar Jahren zieht es Thomas regelmäßig Anfang Oktober in die Toskana zur L’Eroica, einem Radrennen für Retrofreaks. Zur Auswahl stehen dabei Strecken von 35 bis 205 Kilometer. Start und Ziel ist in Gaiole in Chianti.
Drei Fotogalerien zeigen das Rennen und die dazugehörige samstägliche Messe, das “private” Drumherum und einen Ausflug in die Crete Senesi, die Stefan und ich nach der Abfahrt der Radler noch unternahmen.

Massenandrang in den Bergen: Der letzte warme Sonntag im September verleitete uns zu einem Ausflug zum Seealpsee am Fuße des Säntis. Leider waren wir nicht die einzigen, die diese Idee hatten, und so konnte man diesen Tag schon fast als Training für die Fürther Kirchweih bezeichnen. Entscheidender Unterschied: Zum Seealpsee ging es ständig steil bergauf respektive bergab.
Anfang September besuchten wir die Appowila Highland Games in Abtwil, die man quasi als großen Bruder der Altenfurter Games bezeichnen könnte. Baumstammwerfen, Steinschleudern und den Wettbewerb der Piper gab es hier in großem Maßstab zu bewundern. Neben einem Mittelaltermarkt konnte man zudem versuchen, seine Franken beim Kuhfladenlotto oder beim Wildsaurennen zu vermehren. Aufgrund schlechter Lichtverhältnisse und großem Andrang hielt sich unsere Fotografierlust sehr in Grenzen.

Mittlerweile hat uns der Alltag wieder. Einen kleinen Nachschlag an Fotos möchte ich aber noch liefern: Nach der Überfahrt von Orkney blieben wir noch zwei Nächte in Wick und unternahmen einen Ausflug an den Nordostzipfel Schottlands. Duncansby Head gehört zu den schönsten Steilküsten, die ich kenne. Danach folgte ein kurzer Besuch des Castle of Mey. Kurz deshalb, da dort nachmittags ein Zehn-Kilometer-Rennen stattfand und deshalb die Anlagen zum Teil gesperrt waren.
Auf der Rückfahrt von Wick nach Aberdour, wo wir die Nacht vor dem Rückflug nach München verbrachten, legten wir einen Zwischenstopp bei Edradour ein und bummelten durch das nahegelegene Pitlochry.
Die Fotos:

An unserem letzten Tag auf Orkney fiel uns die Entscheidung, was wir unternehmen wollten, leicht: Da die Sonne schien, besuchten wir einige Stationen noch einmal, die wir bisher nur bei schlechtem Wetter gesehen hatten.
Die Hauptattraktion auf Orkney ist wohl Skara Brae. eine jungsteinzeitliche Siedlung, deren Entstehung auf die Zeit zwischen 3100 und 2500 v. Chr. geschätzt wird. Lustig auch die Umstände, unter denen diese Siedlung entdeckt wurde: Im Jahr 1850 legte ein Sturm die Ruinen frei, die bislang unter Dünen begraben waren.Es hätte mich nicht gewundert, wären wir bei unserem Besuch ebenfalls Zeugen einer Entdeckung geworden. Wind genug gab es allemal! Leider blieb die Sensation jedoch aus.
Weit aufregender war die Station davor: Stefan wollte unbedingt auf die Insel Birsay, die nur zu Fuß und nur bei Ebbe besucht werden kann. Beim letzten Mal hatten wir Pech, die Flut versperrte uns den Weg. Ein Blick ins Internet brachte uns aber die benötigten Informationen zu den Gezeiten. Pünklich um 10 Uhr schlugen wir auf und erstürmten das Inselchen, auf dem unter anderem eine ehemals von den Pikten bewohnte Siedlung zu finden ist. Während ich selbst wegen dem Wind kniff und mir den Marsch auf die Klippen ersparte, machte Stefan sich auf die Suche nach seinen heißbegehrten Papageientauchern – mit Erfolg!
Wahrscheinlich aus Mitleid hatte sich ein Tier erbarmt und seinen Flug übers Meer unterbrochen, um kurz für meinen Gatten zu posen. Normalerweise fliegen die Vögel nämlich tagsüber aus und gehen weit draußen auf hoher See auf Nahrungssuche.
Abschluss des Tages bildete ein erneuter Besuch der Waukmill Bay, diesmal zwar auch bei Wind, aber dafür bei ungleich schönerem Wetter. Damit hat sich mal wieder bewahrheitet, dass das Wetter in Schottland um vieles besser ist als sein Ruf.
Die Fotos:

Die Distillery Highland Park im Süden Kirkwalls weist einige Besonderheiten auf. So mälzen die Betreiber hier ihre Gerste zu zwanzig Prozent noch selbst und räuchern sie auch. Interessant auch der Querschnitt eines für den Whisky vorbereiteten Fasses, bei dem man deutlich die drei Schichten sehen konnte: Innen wurde das Fass ausgebrannt, und der für zwei Jahre eingefüllte Sherry hat sich bis zur Mitte durchgearbeitet (Foto in der Galerie). Nach den zwei Jahren mit Sherry füllt Highland Park die Fässer mit ihrem Spirit, der sich dann im Laufe der Jahre zum veritablen Whisky wandelt.
Für weitere Informationen zum Thema Whisky und auch zur Führung bei Highland Park verweise ich auf die Seite von Stefan, er ist in Sachen Whisky deutlich besser bewandert als ich.
Jetzt ein paar Fotos:

Über Nacht hatten sich die Regenwolken verzogen: Strahlender Sonnenschein und vergleichsweise Windstille empfingen uns am Morgen. Also ab in die Natur. Erste Station war die Sanday Bay im Osten von Mainland, danach unternahmen wir eine Wanderung zum Mull Head, oder fast bis dorthin, denn in der Ferne zogen wieder dunkle Wolken auf. Und tatsächlich: Pünktlich zur Rückkehr in Kirkwall fing es an zu regnen. Abends strahlte dann wieder die Sonne vom Himmel.
Die Fotos des Tages (Bild 4, erste Reihe: Der Knirps, ca. drei Jahre alt, stürzte sich unerschrocken in die eiskalten Fluten, muss ein echter Orkadier gewesen sein):
Nach zwei Tagen Abstinenz geht heute der Internetanschluss wieder, deshalb kommen heute gleich zwei Berichte.
Zuerst der Dienstag: Wind, Wind, Wind. Die wenigen Touristen, die wir unterwegs sahen, betrachteten die Landschaft vorwiegend aus dem sicheren Auto heraus. Im Laufe des Tages verstand ich sie immer besser.
Auch unser Ausflug fiel entsprechend kurz aus. Wir besuchten Scapa – die Distillery kann man leider nicht besichtigen, deshalb nur ein Blick über den Zaun – und die Scapa Bay. Auch an den Strand der Waukmill Bay wagten wir uns noch, blieben jedoch auch dort nicht allzu lange. Nach einem Abstecher zur Orphir Round Kirk ging es wieder nach Hause. In Kirkwall fing es dann pünktlich an zu regnen.
Die Fotos: