Mal wieder Schottland

 

Nach über einem Jahr Wartezeit hiess es Ende Mai endlich wieder: Ab nach Schottland. Diesmal standen Islay und Glencoe auf dem zweiwöchigen Fahrplan.

Das abendliche Edinburgh empfing uns bei der Landung mit Nieselregen; auch am nächsten Morgen war alles grau in grau. Doch während der Fahrt Richtung Westküste begann der Himmel langsam aufzuklaren, Pullover wichen T-Shirts, es wurde immer wärmer. Vorbei an Tarbert, wo eine Segelregatta für mächtigen Auftrieb sorgte, fuhren wir weiter nach Campbeltown. Hier war schliesslich endgültig Sommerkleidung angesagt.

Bei Tarbert
Segelschiffe vor wolkigem Himmel

Nach einem Besuch der Springbank-Destillerie inklusive Tour steuerten wir Carradale an, wo wir ein Zimmer im Dunvalanree Hotel gebucht hatten. Das Hotel, das in Grösse und Persönlichkeit eher an ein B&B erinnert, liegt an der Ostküste von Kintyre: vor dem Haus ein Strand und einige hundert Meter hinter dem Haus der nächste Strand. Alan, der Hausherr, empfing uns mit einer Kanne Tee im sonnigen Garten – mit bestem Blick auf die Bucht, wo einige Schwimmer im Wasser plantschten.

Nach der Rückkehr von einem Spaziergang über blühende Rhododendron-Hügel zum zweiten Strand blieb kaum noch Zeit, sich frisch zu machen, bevor es um 19 Uhr in die Lounge ging. Dort versorgte der Chef uns mit Drinks, während wir auf das Essen warteten. Spätestens jetzt war das Eis zwischen den Hotelgästen gebrochen, man kam ins Gespräch. So überhörten wir auch das Glöckchen, mit dem Alan uns stilgerecht in den Speisesaal bitten wollte.


Blick über die Hügel zum Hotel

Das exzellente Abendessen – als Amuse Geule eine Erbsen-Mint-Suppe, danach Tarbert-Krabben in Lachs und zur Hauptspeise eine Hühnerbrust mit Mintsosse, bei Stefan Seeteufel mit Fenchel und Orange – zog sich bis weit nach 22 Uhr hin. Nach dem Essen ging’s wieder in die Lounge zu einem Kaffee. Alan beklagte sich, dass die meisten Gäste nur für eine Nacht blieben, weil sie – wie wir leider auch – am nächsten Tag nach Islay übersetzten. Vielleicht, sinnierte er, bräuchte es in Carradale auch einen grossen Event wie beispielsweise die Weltmeisterschaft im „Stone Skimming“ auf Easdale.

Verrückte Wettkämpfe kannte jeder der Anwesenden, so erzählte das englische Paar, dass in ihrem Heimatort die Weltmeisterschaft im Erbsenweitpusten abgehalten wird. Die Schotten erzählten von den Ba Games auf Orkney, einer Art Rugby der einen Stadthälfte gegen die andere, das in den engen Gassen von Kirkwall stattfindet. Zum Glück waren wir kurz zuvor beim Flossrennen gewesen (siehe unten) und konnten so auch von Schweizer Skurrilitäten berichten.

Fazit: Das Dunvalanree Hotel ist äussert empfehlenswert, sowohl von der Lage als auch von der Landschaft und natürlich den Gastgebern. Umsorgt von Alan und Alyson steht der Tiefenentspannung nichts mehr im Weg. Wir kommen auf jeden Fall wieder.

Hier die Fotos des Tages:


An der Küste


Strand No. 2 bei Carradale